Das Bad -
Schon bei den Römern ein wichtiger Ort des Genußes und der Erholung.
Die Badehäuser damals galten der Pflege und des sozialen Kontaktes.
Heute dienen Bäder ausschließlich der Pflege und sind in den eigenen “4 Wänden” eingebunden.
Ein jeder hält sich ca. 1 Stunde pro Tag, also 1/24 des Lebens im Badezimmer mit WC auf. Ist das WC vom Bad separiert, ist die Auffenthaltsdauer entsprechend geringer.
Betrachtet man ein Bad mit WC, so sucht man das Bad zur Pflege und noch häufiger zur Bedürfniserledigung auf.
Die Auffenhaltsdauer je Besuch liegt wohl im Schnitt zwischen 5 und 30 Minuten, wobei die kürzere Auffenthaltsdauer über den Tag gesehen häufiger vorkommt.
Aufgrund dieser häufigen kurzen Auffenthaltsdauer wird ein Bad in der Regel wenig bis gar nicht beheizt. Angenehm ist dieses in einem Bad nicht unbedingt, wenn auch wirtschaftlich sinnvoll.
Wäscht man sich die Haare, wird geduscht oder gebadet, so sollte das Bad immer eine Raumtemperatur von ca. 25 Grad aufweisen.
Dieses ist bei kurzen Auffenthalten, wenn die Bäder auch groß sind oder mit Fenster an Aussenwände grenzen, kaum realisierbar, wenn die Heizung erst kurz oder während des Auffenthaltes eingeschaltet wird.
Bei der Planung eines Bades ist deshalb unbedingt dazu zu raten ein Bad nicht überzudimensionieren, also nicht größer machen als unbedingt nötig.
Wird ein Bad mit Bade-, Duschwanne, WC, 1 Waschbecken und vielleicht noch Platz für eine Waschmaschine ausgestattet, dann gemügend ca. 12 qm Raumfläche in der Regel immer.
Innenliegende Bäder, also ohne Fenster, sollten immer über mechanische Lüftungsvorrichtungen verfügen (Abzugsventilator u. Abzugsrohr), weil ansonsten, durch bleibende Feuchtigkeit, Schimmelbildung nicht ausgeschlossen werden kann.
Innenliegende Bäder, bekannt z.B. aus großen Hotels, haben den großen komfortablen Vorteil, dass sie schnell aufgeheizt werden können und somit dadurch schon eher gemütlich wirken.
Ein Fenster im Bad muß nicht unbedingt sein und führt zudem dazu, dass es grundsätzlich immer etwas kühler im Badezimmer ist. Das jemand den ganzen Tag die Heizung in Betrieb hat, schließe ich mal, vernünftiger Weise aus wirtschaftlichen Gründen aus.
Die Belichtung eines Bades, statt durch Tageslicht, über die künstliche Beleuchtung kann sogar viel anheimelnder wirken. Zudem macht jeder auch bei einem Bad mit Fenster eine Lampe an, wenn man sich im Spiegel richtig betrachten möchte. Auch in der dunklen Jahreszeit kommt dieses noch wesentlich häufiger vor.
Ein anderer Nachteil eines Fensters ist die Einsichtmöglichkeit von Aussen oder auch wenn die Einsicht durch spezielle Michglas- oder Ornamentscheiben verhindert wird, dass von Aussen das architektonische Bild nicht selten darunter leidet.
Viel interessanter, auch für das Innenleben des Bades, ist da z.B. ein Buntglasfenster. Das Licht, dass dadurch entsteht, ist immer etwas Besonderes. Wer also nicht auf ein Fenster verzichten möchte, dem ist vielleicht zu diese Lösung nahe zu legen.
Badewanne
Kommen wir zur Badewanne. Immer wieder ein interessanter Diskussionspunkt. Braucht man sie oder eher nicht ? Sie benötigt doch so viel Wasser und eine Dusche ist wirtschaftlicher.
Wenn da nicht, ja wenn da nicht so oft die Frau wäre, oder auch mancher Mann, die und der sich hin und wieder nach einem heißem Bad im duftenden Badeschaum bei Kerzenlicht sehnt. Dazu vielleicht noch ein Glas Sekt und angenehme Musik.
Ja warum denn auch nicht ??
Ein heißes Bad tut nicht nur der Seele gut, sondern auch dem Körper und wirkt mit den entsprechenden Zusatzmitteln auch gesundheitsunterstützend.
Hin und wieder sollte man und Mann sich auch ein solches gönnen. Schaden kann es nicht – jedenfalls nicht in Maßen. Auf ein zweites Waschbecken sollte aus Investitionsgründen eher verzichtet werden, als auf eine vernünftig große Badewanne. Die Badewanne sollte übrigens der Körpergröße des größten Familienmitgliedes angepasst werden und aus leicht wärmaufnehmenden und gut isolierendem Material bestehen. Möglichst kein Metall.
Dusche
Die Dusche ist ein Muß. Wechselwarmes Dusche (wer es mag) stärkt die Gesundheit und sie spart Wasser. Mit entsprechendem wassersparendem Duschkopf ist dieses noch optimierbarer. Der Duschkopf sollte aber auch durch Einstellungsvarianten der strahlstärke Massagewirkungen ermöglichen.
Duschabtrennungen können je nach Ausführung zwischen unter Hundert und mehreren trausend Euro kosten. Da gibt es die Wahl zwischen Vorhängen und hochwertigen Tür- und Schiebeelementen. Reichen würde schon ein Vorhang, der jedoch stärker abdunkelt und im Fußbereich durch die innenliegenden Metallbeschwerung leicht rosten kann. Dieser verhindert jedoch am ehesten einen Einblick.
Weitere Vorteile, die für einen Duschvorhang sprechen:
- Kein lästiges Schrubben einer Duschwand mehr
- Keine Kalkablagerungen darauf und deren mühsame Beseitigung
- Sehr geringe Kosten/viele Designs, selbst ein häufiges Wechseln würde noch nicht die Kosten einer festen Abtrennung erreichen.
- Keine Schimmelbildungsgefahr, wie z.B. in den Rändern einer festen Abtrennung und deren Versiegelung
Gern genommem werden auch die bodengleichen Duschen ohne Wanne. Diese sind leicht zu pflegen und durch die leichte Begehbarkeit auch gut im Alter.
Wichtig ist nur, dass der Ablauf sorgfältig erfolgt, da sonst die Gefahr besteht, dass Wasser in die Deckenkonstruktion dringen kann. Auch die Ränder zu den aufsteigenden Wänden müssen sauber versiegelt werden. Ein leichtes Bodengefälle zum Abfluß hin ist notwendig. Oft eigenet sich diese Art der Dusche, aus konstruktiven Gründen des Fußbodenaufbaus, nur für das Erggeschoss.
Nachteil sind natürlich die nicht fusswarmen Fliesen. Ein Holzrostbelag wäre eine Alternative.
Eine Dusche kann einseitig, zweiseitig oder dreiseitig ummauert sein. Bei der dreiseitigen (manchmal auch bei der zweiseitigen) empfehle ich die in den freien Raum grenzende Wand, in farbigen Glasbausteinen zu erstellen. Dieses bringt Licht in die Dusche und bei Verwendung von farbigen Glasbausteinen sogar ein ganz besonderes Licht. Zudem kann dieses Design auch ein Highlight für den Raum selbst sein.
WC
Das WC ist zumeist im Bad zu finden. Oft befindet sich noch ein weiteres ausserhalb, als sogenanntes Gäste-WC. Warum man sich für ein Gäste-WC entscheidet hängt scheinbar im Wesentlichen damit zusammen, dass Gäste den eigenen Privatbereich “Bad” nicht sehen, bzw. betreten sollen.
Nimmt man die Investitionskosten, den zusätzlichen Raumbedarf und den wirklichen zeitlichen Nutzen eines Gäste-WC`s zusammen, so stellt sich die Frage, ob dieser Gedanke wirklich sinnvoll ist.
Vielleicht ist die Variante das Badezimmer so zu gestalten, dass das WC im Bad vorgelagert, also in Nähe der Tür und vielleicht sogar noch optisch abgetrennt ist, die idealere.
Wenn ich so an mich zurückdenke (der gerade kein Gäste-WC) besitzt, so erinnere ich mich noch immer nur sehr ungern ein Gäste-Wc aufgesucht zu haben. Es war zumeist ungemütlich klein und zudem immer sehr kalt. Ginge es nach mir, könnte die Menschheit darauf verzichten. Ein Gäste-WC kostet insg. in der Entstehung eines Hauses ca. 3000-5000 Euro. Dieser Betrag könnte sicherlich sinnvoller investiert werden.
Zurück zum Wc im Bad. Aus Geruchsgründen ist immer ein Tiefspüler dem Flachspüler vorzuziehen.
Wie zuvor schon gesagt, ist auch eine Planung sinnvoll, bei der das WC entweder im Fenster- oder Türbereich installiert wird. Eine konstruktive Sichtabtrennung zum Rest des Raumes ist ebenfalls eine sinnvolle Einrichtung, für den Fall, dass das Bad von mehreren Personen gleichzeitig genutzt wird.
Auch fällt der Blick ins Bad, beim Betreten, nicht gleich auf das WC.
Waschbecken
Beim Waschbecken sollte eine Größe gewählt werden, die ca. 65-70 cm im Durchmesser nicht unterschreitet.
Der Platz oberhalb des Waschtisches gehört dem Spiegel. Je größer desto attraktiver für den Raum.
Achten Sie auch auf hinreichend Stellplatz neben, über und unter dem Waschtisch, für Ihre Utensilien, Handtücher etc.
Eine Vorwandmontage (verflieste Ablagen) von sämtlichen Einbauten ist immer zu empfehlen. Neben der geminderten Geräuschentwicklung zu den Nachbarräumen erhalten Sie damit auch zusätzliche Ablagefläche. Ob man diese verfliest ist vorwiegend Geschmacksache.
Ein Doppel- oder zweiter Waschtisch ist meistens nicht unbedingt notwendig. Auf jeden Fall führt er zu mehr Pflege, mehr Platzbedarfund höheren Investitionskosten.
Wand- Boden- und Deckenbeläge
Die Vielfalt ist hier enorm. Wichtig ist immer im Hinterkopf zu behalten, dass im Bad Feuchtigkeit ein wichter Punkt ist. Was aber nicht gegen Holz spricht !
Vielfach findet man im ganze Raum eine raumhohe Verfliesung oder zumindest 2m hoch umlaufend.
Da stellt sich die Frage nach dem Warum.
Wird im Bad derart mit Wasser gespritzt, dass sämtliche Wände benässt werden ? Und wenn schon, warum dann die Decke nicht gleich mit ?
In der Regel handelt es sich hier um eine Erscheinung namens “das macht man so”.
Einen wirklichen Sinn im normalen Haushalt hat es nicht. Zudem nimmt man sich kreativer Gestaltungsmöglichkeiten gleich zu Beginn und dazu im Laufe der Jahre. Wohnlich und gemütlich wird ein Bad durch derart viel Verfliesung nicht.
Apropos Gemütlichkeit.. Wer schon einmal ein Bad gesehen und erlebt hat, dass vorwiegend mit Holz ausgestaltet wurde, wird kaum etwas wärmer, angenehmer und gemütlicher finden. Wichtig bei Holz ist nur eine aureichende Lüftung, Hinterlüftung und wassergeeignete Oberflächenbehandlung.
Ob wasserabweisende Tapeten, Fliesen, PVC, Verkleidungen mit Holz oder noch ganz anderen Materialien, die Möglichkeiten sind derart vielfältig, dass man sich genügend Zeit nehmen sollte alle Vorstellungen und Wünsche an das Bad genau abzuwägen.
Belichtung
Die technische Belichtung es Bades ist idealerweise so zu wählen, dass das Licht immer warm wirkt, aber auch den Zweck erfüllt, sprich das hinreichend beleuchtet, was beabsichtigt wird.
Eine Deckenlampe die indirekt umfassend Licht in den ganzen Raum ausstrahlt ist ebenso sinnvoll wie die ausreichende Belichtung des Gesichtes vor dem Spiegel. Vor dem Spiegel ist darauf zu achten, dass das Licht nicht blendet, weil man sich sonst im Spiegel nur unschwer erkennen kann. Viel indirekte Helligkeit ist das A und O im Bad. Steht man vor dem Spiegel und möchte sich dort optimal betrachten, so muß das Licht von rechts, von links und auch von oben kommen um Schattenbildung zu vermeiden. Schlecht wäre deshalb auch Licht von hinten.
Beheizung
Wärme ist DAS Thema eines Badezimmers. Wärme durch Ausstrahlung und durch die optimale Beheizung.
Eine normale Beheizung mit Heizkörpern auf Heißwasserbasis reicht vollkommen. Wand- oder Deckenheizungen müssen nicht sein. Da wir uns jedoch zumeist ohne Schuhwerk im Bad bewegen, ist eine Fußbodenerwärmung von fusskalten Fußbödenoberflächen immer anzuraten. Es muß keine Fußbodenheizung sein, eine Fußbodenerwärmung mit Heizschleifen über den Rücklauf des Heizkörpers reicht vollkommen und ist von den Investitionskosten her günstiger als eine Fußbodenheizung.
Ganz wichtig: Je wärmer ein Bad, je eher trocknet auch die anfallende Feuchtigkeit. Nach dem Baden oder Duschen ist eine schnelle Auskühlung des Raumes, z.B. durch Fensteröffnen bei kalten Aussentemperaturen, deshalb nicht sinnvoll. Im Gegenteil, es wäre auch schädlich.
Öffnen sie deshalb in diesem Fall besser zum Lüften die Badezimmertür, regeln sie die Heizung herunter und öffnen sie ein Fenster erst später. Bei warmen Aussentemperaturen kann natürlich ein evtuelles Fenster sofort geöffnet werden.
Und zum Abschluß etwas über Handtuchheizkörper. Sie sind beliebt, begehrt und sehen in der Regel prima aus, keine Frage. Sie sind aber in der Regel nicht “stark” genug um einen Raum allein zu erwärmen. Das Handtuch wird ohne Zweifel sehr gut getrocknet. Bedenkt man den Anschaffungskostenaufwand dafür, in Höhe von mehreren hundert Euro, so sollte man zumindest einmal über den Nutzen nachdenken. Eine Handtuchstange oder mal das Handtuch über den normalen Heizkörper legen, würde vielleicht schon reichen.
Ra.T.
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